Youngster Mellah bringt KSL-Judoka auf die Siegerstraße

Gespeichert von Johannes Isermann am 24. August 2026 - 19:28
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Judo
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Der zweite Kampftag der Judo-Landesliga in Nienhagen hatte so manche Überraschung parat, die größte an diesem Tag aber war wohl die Geschichte, die KSL-Nachwuchstalent Mohammad Mellah (15) an diesem Tag schrieb.

Beim Einsteigen in den Mannschaftsbus konnte man die Anspannung beim Lüneburger Eigengewächs bereits spüren, für Mohammad Mellah stand der erste Einsatz im Herrenbereich für die Judoka des KSL in der Landesliga auf dem Plan. Die ausgegebenen Ziele von Trainer Roland Borth waren Atmosphäre aufsaugen, Erfahrungen sammeln und Spaß haben.

Nachdem die Anreise problemlos verlief und auch das Wiegen positiv war, stieg die Anspannung. Zum ersten Mal seit sieben Jahren konnten die Lüneburger wieder alle sieben Gewichtsklassen besetzen. Die lange verwaiste Gewichtsklasse im Superleichtgewicht (-60kg) besetzte Mellah.

In der ersten Begegnung des Tages stand den Lüneburgern das stark dezimierte Bremer Judoteam gegenüber. Gleich als erstes war die Gewichtsklasse -60kg an der Reihe und damit der erste Auftritt von Mellah. Hochmotiviert und beherzt kämpfend musste er sich jedoch seinem überlegenden Gegner geschlagen geben. Nach kampflosen Siegen von Rudolf Vogt (+100kg) und Jan-Remy Vidril (-100kg) sowie einer Niederlage von Joscha Meyer (-81kg) stand es nach vier Kämpfen 2:2. Routinier und ehemaliger Bundesliga-Kämpfer Jörn Nolting (-90kg) stand nun gegen den Bremer Egzon Lekaj auf der Matte. Der 50-jährige Lüneburger konnte den Kampf lange offen gestalten, kam mit seinen Wurfansätzen aber nicht zum Erfolg. Etwa eine halbe Minute vor Schluss ging dann sein Bremer Kontrahent mit einer großen Wertung in Führung, die er über die Zeit brachte. Die anschließende Niederlage von Ruben Hubrig (-73kg) brachte den vierten Punkt für Bremen und besiegelte die Niederlage für den KSL. Der sehenswerte Sieg von Lennart Scharff (-66kg) war nur noch Ergebniskosmetik zum 3:4 Endstand.

Zeit, um die Niederlage zu verdauen, blieb nur wenig, denn sofort im Anschluss wartete das favorisierte Team des JC Göttingen. Den Auftakt machte erneut Mohammad Mellah (-60kg) und das in einem regelrechten David-gegen-Goliath-Duell, denn mit Paul Felix Fritz wartete niemand Geringerer als der amtierende Norddeutsche Meister sein Können zu demonstrieren. Und der Kampf nahm sofort den erwarteten Verlauf. Fritz konnte Mellah bereits nach wenigen Sekunden werfen, bekam eine kleine Wertung, setzte den Angriff im Boden fort und nahm Mellah in den Haltegriff. Ein schnelles Ende deutete sich an. Doch Mohammad steckte nicht auf, versuchte sich mit allen Mittel aus seiner Umklammerung zu befreien was ihm nach 18 Sekunden dann auch sensationell gelang. Nur zwei Sekunden hatten für den Göttinger zum vorzeitigen Sieg gefehlt. Nachdem Trennkommando des Kampfrichters ging es im Stand weiter und es schlug die Stunde bzw. Sekunde des KSL-Youngsters. Fritz, der bereits seinen nächsten vermeintlich finalen Angriff vorbereiten wollte, wurde kurzerhand von einem Blitzangriff des 15-jährigen überrascht und flog voll auf den Rücken, Ippon und vorzeitiger Sieg für den KSLer. Die Halle stand Kopf, denn damit hatte wohl nicht einmal der kühnste Optimist gerechnet. Ole Schulze (+100kg) kampflos, Jan-Remy Vidril (-100kg) per Haltegriff und erneut Lennart Scharff (-73kg) machten den 4:3-Sieg für die Lüneburger perfekt.

Im abschließenden Mannschaftskampf gegen die Serienmeister vom MTV Isenbüttel gab es mit einem 2:5 die erwartete Niederlage. Die Punkte für den KSL holten Vidril (-100kg) und Meyer (-81kg) mit jeweils sehr eindrucksvollen Vorstellungen. Gefeierter Held des Tages aber war Mohammad Mellah, der seinen Auftakt im Herrenbereich wohl niemals vergessen wird.

Der KSL belegt nun den 6. Platz in der Tabelle und trifft am finalen Kampftag auf den VfL Stade, den SV Hambühren und den SV Nienhagen.