Gold auf Schalke - Pauline siegt auf weltgrößtem Turnier

Pauline Gäthke

Am letzten Septemberwochenende ging es für 9 Fighter des KS Lüneburg Richtung Gelsenkirchen, genauer gesagt direkt in die Schalke-Arena.
Dort fand mit 1500 Teilnehmern aus 22 Ländern das weltgrößte Grand-Slam-Turnier im Ju-Jutsu statt, die German Open. Zeitgleich wurden auch die Europameisterschaften der U18 ausgekämpft.
In der großen Arena wurden 14 Mattenflächen ausgelegt, gekämpft wurde an zwei Tagen.
Das Niveau war sehr hoch, fast alle ausländischen Teams rückten mit ihrer Nationalmannschaft an, und mitten drin die Lüneburger Fighter auf Medaillenjagt.
Eine herausragende Leistung vollbrachte dabei Pauline Gäthke (U18 -63kg), die sich in einer absoluten Topform befand und mit ihren Gegnern kurzen Prozess machte.
In ihrer stark besetzen Gewichtsklasse fegte sie alle Gegnerinnen vor Ablauf der Kampfzeit und mit Full Ippon (höchste Punktzahl) von der Matte. In der Vorrunde stieß sie auf Havardstad (Norwegen) und Paschen (Bayern). Im Halbfinale gegen Günsch (Hessen) und im Finale gegen Pilz (Bayern). Mit ihren vier souveränen Siegen holte sich Pauline sensationell Gold. Bereits im Frühjahr siegte Pauline bei den Kodokan Open und wurde auf der DEM dritte. Eine starke Saison für die junge Lüneburgerin.
Das zweite Gold ging an die jüngste KSLerin, Mia Theresa Lucas (U12 +48kg). Die 11 jährige, die in der Körperlänge bereits ihre Trainerin überragt, setzte sich auf ihrem ersten Internationalen Turnier zweimal gegen Rezgui (Baden-Württemberg) durch. Im ersten Kampf überzeugte sie durch eine offensive Kampfweise und technische Sicherheit. Sie gewann Full Ippon. Auch im zweiten Kampf hatte ihre Gegnerin keine Chance, sie gwann 5:3 nach Punkten und sicherte sich den obersten Treppchenplatz.
Rieke Gäthke (U18 +70kg) war fast am Ende des zweiten Wettkampftages dran, und wollte wie ihre Cousine Pauline Gold holen. In ihren ersten beiden Kämpfen gewann sie deutlich gegen Gotzhein (Niedersachsen) und Dauerrivalin George (Schleswig-Holstein) mit Full Ippon. Im Finale gegen Sebastian (Sachsen-Anhalt) wurde es dann richtig spannend. Rieke war besonders am Boden sehr stark, beide Frauen wollten unbedingt gewinnen. Am Ende reichte es für Rieke nicht ganz, sie verlor knapp mit 10:12 Punkten. Damit sicherte sie sich aber sehr überzeugend Silber, und das, obwohl sie sich bereits im ersten Kampf verletzte und noch am selben Tag ins Krankenhaus musste. Sie ist aber bereits auf dem Weg der Besserung.
Die letzte Medaille ging an Henriette Habermann (U15 -48kg), die in der letzten Woche erst auf dem U15 World Cup in Larnaca/Zypern einen tollen 7. Platz erkämpfte. Im ersten Kampf ging es gegen die starke Italienerin Ferrando, durch zu starke Anspannung verlor Henri trotz Ippons in Part I und III aber mit 6:10 Punkten und rutschte in die Trostrunde. Dort stieß sie im ersten Kampf auf die Dänin Nielsen und gewann durch starke Schläge knapp 7:6. Im kleinen Finale gegen Mazza (Italien) ging es um Platz drei. Henri führte früh 8:3, dann verletzte sich ihre Gegnerin unglücklich am Ellbogen und musste aufgeben. Henri sicherte sich verdient Bronze und die nächste Medaille für den KSL.
Sehr überzeugend war auch Sarah Marie Gäthke (U21 -70kg). Die amtierende Deutsche Meisterin siegte in ihrem Auftaktkampf deutlich mit 25:12 Punkten gegen die Niederländerin Mellema durch starke Schläge und einer Haltetechniken am Boden. Um den Einzug ins Finale ging es ausgerechnet gegen die spätere Siegerin Attenberger (Bayern), die sich in Topform befand und Sarah Full Ippon besiegte. In der Trostrunde ging es jetzt um Platz drei. Gegen Guercke (Bayern) wurde es richtig spannend, beide Frauen punkteten durch starke Schlagkombinationen. Am Ende stand es 13:11 für Sarah, die Kampfrichter machten aber einen fatalen Fehler und gaben nachträglich zwei Punkte für eine schon 30 Sek. zurückliegende Technik (was nicht erlaubt ist), und so verlor Sarah zu unrecht mit 13:13 Punkten weil sie einen Ippon zu wenig hatte. Bei so einem Turnier und bei dem Kampf um eine Medaille darf so ein Fehler nicht passieren. Sarah wurde 5.
Die Überraschung des Tages in der Jugend war eindeutig Lina Römmling (U15 -63kg), die in ihrer starken Klasse in ihrem ersten Kampf gegen die spätere Vizemeisterin Lette (Schweden) mit Full Ippon verlor, sich dann aber ganz stark durch die Trostrunde kämpfte. Im ersten Trostrundenkampf gegen Bruns (Niedersachsen) überzeugte sie durch starke Schläge und gewann 8:6. Im nächsten Kampf ging es gegen die sehr starke Sucur (Hessen), die den Kampf zu Anfang auch dominierte. Kurz vor Ablauf der Kampfzeit drehte Lina dann auf, traf mit sehr starken Fußstößen die sie selber am meisten überraschten und wendete so das Blatt. Am Ende stand es 8:7 für Lina und sie war im kleinen Finale. Dort traf sie auf Mihalache (Hamburg). Auch in diesem Kampf wurde Lina von ihrer Gegnerin unterschätzt, punktete und lieferte sich ein Kopf an Kopf rennen. Am Ende unterlag sie knapp 10:8 und machte einen ganz starken 5. Platz auf ihrem ersten Internationalen Turnier.
Bei den Herren -77kg bekam es Fabian Röber in der größten Gewichtsklasse mit 32 Gegnerin zu tun. Im Auftaktkampf ging es gleich gegen den späteren Sieger Borok (Russland) und Fabian verlor mit Full Ippon. In der Trostrunde gegen Molinari (Italien) drehte er dann den Spieß um, überzeugte mit starken Schlagtechniken und einer Würgetechnik am Boden. Er gewann 13:2. Gegen den Niederländer Vogelzang (den späteren Dritten) verlor Fabian dann leider 2:10 und wurde 17.
Im BJJ Ne-Waza trat Dennis Dübel bei den Herren -85kg an. Das Ne-Waza wurde jedoch bei diesem Turnier von Israel und Frankreich dominiert, die diese Sportart schon sehr viel länger betreiben. In Deutschland gibt es dies so erst seit zwei Jahren. Im ersten Kampf musste Dennis gleich gegen den Weltmeister aus Frankreich ran, der mit ihm kurzen Prozess machte. Auch in der Trostrunde hatte Dennis leider kein Glück. Dennoch eine tolle Erfahrung.
Insgesamt ein tolles Ergebnis und ein erfolgreicher Jahresabschluss für die Ju-Jutsukas des KSL.
„Es war das bisher erfolgreichste Jahr nach Vizeeuropameister Michael Falk“ vermutet Trainerin Nina Kluge und freut sich jetzt schon auf 2017.

Mia Theresa Lucas

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