Erster Wettkampf nach Coronapause

Gespeichert von fabian roeber am 5. Oktober 2021 - 16:48
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Ju-Jutsu
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Die LZ schrieb dazu in ihrer Ausgabe vom 29.09.2021:

Silber bei Comeback auf der Matte

Ju-Jutsu-Kämpferin Henriette Habermann vom KS Lüneburg wird bei ihrem ersten Wettkampf des Jahres Vize-Europameisterin

Von Kathrin Bensemann

Lüneburg. Wenn der erste Wettkampf des Jahres gleich eine Europameisterschaft ist, geht es wohl kaum ohne Lampenfieber: „Ich war schon nervös, aber es hat Spaß gemacht, nach der langen Zeit endlich wieder zu kämpfen“, versichert Henriette Habermann. Erst recht, wenn es so erfolgreich läuft: Die Ju-Jutsu-Kämpferin des KS Lüneburg sicherte sich den U 21-Vizetitel im Fighting in der Gewichtsklasse bis 57 Kilo bei den Ju-Jutsu-Europameisterschaften der Jugendlichen U18/U21.

Trainerin und Vereinskollegen fieberten per Livestream mit

Die waren eigentlich in St. Petersburg geplant, dann aber aufgrund hoher Corona-Zahlen vor Ort kurzfristig abgesagt worden. Schließlich wurden sie im hessischen Maintal ausgetragen. Ein langer Flug blieb Henriette Habermann so erspart. Doch auch bei der Heim-EM waren die Corona-Regeln streng: Die Athleten mussten in Etappen an- und nach ihren Kämpfen direkt abreisen.

Das hautnahe Mitfiebern in der Halle war verboten. Europameisterschaften ohne Zuschauer. „Stattdessen haben wir die Kämpfe unseres Teams per Livestream im Hotel verfolgt.“ Gleiches taten ihre Trainerin Nina Kluge und die KSL-Vereinskollegen im 480 Kilometer entfernten Lüneburg. Sie sahen drei spannende Fights von Henriette Habermann.

„Meine Gruppe bestand aus vier Kämpferinnen, jede musste gegen jede antreten“, erklärt die 19-Jährige, die zum EM-Auftakt die spätere U 21-Europameisterin Chiara Demin aus Frankreich bezwingen konnte. „Sie lag erst vorne, dann aber konnte ich den Kampf noch drehen.“

Im zweiten aber musste sich Henriette Habermann der Weltmeisterin von 2019, Romee Roussey aus den Niederlanden, auf der Matte geschlagen geben, die am Ende Bronze holte. So warf die Bardowickerin im letzten Fight alles in eine Waagschale. Mit Erfolg: Gegen die Rumänin Iulia Adina Mihaila beendete sie das Duell vorzeitig als Siegerin

Dann war Rechnen angesagt, denn bis auf die Rumänin hatten die anderen drei Ju-Jutsu-Kämpferinnen der Gruppe jeweils einmal verloren und zweimal gewonnen. So kam es auf die Punkte aus den einzelnen Duellen an, die im Ju-Jutsu durch Mehrheitsentscheid von drei Kampfrichtern verteilt werden. „Danach hatte die Französin gewonnen“, fasst Henriette Habermann zusammen, die mit der Silber-Medaille mehr als zufrieden ist. Bereits 2019 wurde sie auf Kreta EM-Vizemeisterin der U18.

Doch sie weiß auch, was es zu verbessern gilt: „Beim Part 2, den Wurftechniken, zum Beispiel muss ich noch aufrechter stehen und nicht so gebeugt. Auf der anderen Seite konnte ich aber auch vieles ausprobieren, das bringt mich weiter.“ Beste Voraussetzungen für das kommende Wochenende, das Henriette Habermann wieder in Maintal verbringt. Dann will sie sich auch bei den Deutschen Meisterschaften beweisen und ihren Titel von 2019 wiederholen.

DM-Start zusammen mit Müller und Gäthke

Sie ist nicht die einzige vom KSL: Bundeskaderathletin Laura Müller startet bei den Seniorinnen in der Gewichtsklasse plus 70 kg, Sarah Gäthke bis 70 kg. Beide sind bereits mehrfache deutsche Meisterinnen. Und auch Trainerin Nina Kluge darf laut Corona-Regeln mit von der Partie sein. Sie traut ihren Sportlerinnen alles zu, Prognosen zu geben aber fällt ihr schwer: „Nach der langen Pause weiß man überhaupt nicht, wie die anderen trainiert haben, es wird spannend.“

Nächste Woche dann kann nicht nur Henriette Habermann vorerst wieder entspannter auf die Waage steigen. Mit Argusaugen achtet sie zurzeit auf ihr Kampfgewicht, das vor jedem Wettbewerb peinlich genau kontrolliert wird. Damit sie das hält, hilft ihr ein nicht immer leicht zu beherzigendes Rezept: „Ich verzichte seit vier Wochen auf Süßigkeiten.“