Mein erster AiKiDo Lehrgang

Es lief runder als erwartet...

mein erster AiKiDo-Lehrgang fand an einem trüben Novemberwochenende nördlich von Hamburg statt. Einige Tage vor Beginn des Lehrganges machte sich schon etwas Unbehagen in mir breit. Welches Niveau werden die Übungen haben? Ob ich wohl alle Bewegungsabläufe richtig verstehen und vor allem behalten werde? Bloß nichts falsch machen, sonst werde ich wohlmöglich noch vor der Gruppe getadelt. Diese Gedanken verloren sich auch nicht auf der Fahrt zum Lehrgang. Mein Lehrer war schon sichtlich genervt. „Du bist jetzt seit einem Jahr dabei, es wird bestimmt keine Probleme geben, außerdem solltest du langsam dein Selbstvertrauen durch AiKiDo entsprechend gestärkt haben.“ , brummte er mich an. Natürlich hatte er recht, aber irgendwie wollte ich mir selbst nicht vertrauen. „Lieber ein Optimist, der sich mal irrt, als ein Pessimist, der dauernd recht hat!“, kam mir dieser Spruch in den Sinn, den ich erst vor kurzem gelesen hatte. Also Augen zu und durch.

Angekommen trainierte bereits eine Kindergruppe von sechs bis zwölf Jahren im Dojo. Zu niedlich, wie sich hier bis zu vierzig Kinder diszipliniert im AiKiDo übten. Leicht wie Federn rollten, fielen, flogen diese kleinen Knirpse und Knirpsinen durch die Halle. „Ach wäre es schön, wenn ich doch auch nur so leicht fallen könnte“, dachte ich. „Egal, was die kleinen können, kann ich auch“ kam es mir voller Selbstvertrauen in den Sinn. Bis zu meinem ersten Sturz auf die Nieren, hielt diese Einstellung auch bei mir an. „Auf, auf.“ hörte ich die flüsternde Stimme der einfühlsamen Lehrgangsbetreuerin neben mir. Mir blieb ja nichts anderes übrig, sah ich aus den Augenwinkeln wieder einige Kinder zwischen den Erwachsenen, die dieselben auf die Matte legten. Wild entschlossen mindestens Kinderniveau erreichen zu müssen, sprang ich auf ... und wurde beim nächsten Wurf wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Üben, üben, üben. Nicht lesen oder zusehen, sondern machen, machen, machen.“, forderte mich die Dojo-Umgebung auf, auch weiterhin auf der Matte zu bleiben. Klatsch an, klatsch aus. Endlich Pause.
Warum muss ich bloß immer so schwitzen, fehlt es mir an Kondition? „JA“ vernahm ich aus meinem eigenen Geiste. „Warum suche ich mir eigentlich immer so anstrengende Hobbies aus?“ glitschte ich in philosophische Sphären aus. Klatsch aus, klatsch an. Weiter geht’s, riss es mich aus meinen Gedanken. Ahh, AiKi-Ken, Übungen mit dem Bokken (Holzschwert), schön, dass meine Nieren sich ein wenig erholen können... Da habe ich doch den ersten Tag recht gut über die Runden bekommen. Puh, jetzt noch etwas geselliges Beisammensein mit den durchweg netten Teilnehmern und dann ab ins Bett.

Am Morgen des zweiten Tages fühlte ich mich schon wesentlich besser als einen Tag zuvor. Voller Spaß und Spannung erwartete ich den Beginn des Lehrganges. Dieser Einstellung war es dann auch zu verdanken, dass es wirklich ein schöner, lehrreicher und interessanter Tag wurde. „Na, das hast du doch ganz gut hinbekommen“ spürte ich am Ende die Hand meines Lehrers auf der Schulter. „Ja, sauber. Nächste Woche zum nächsten Lehrgang?“, gab ich zurück. „Easy, kleiner, erst mal schön nächste Woche zum Training kommen“ bremste er meinen Übereifer. „Geht klar.“, gab ich zu verstehen. Das war ein erfolgreiches Wochenende! Schön, dass ich dabei sein durfte. Mich wohlfühlend sank ich müde in den Wagensitz und wir fuhren zurück nach Lüneburg.

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